Drei Sätze aber leider kein Sieg

VCO Berlin vs. VfB Suhl LOTTO Thüringen, 19.02.17, 1. BLF
Aisha Skinner (9) hat sich am Netz gegen die Profis durchgesetzt
Foto: Kasten

Die VCO Juniorinnen konnten am Doppelspieltagswochenende ihrem Ruf als Satzdiebinnen alle Ehre machen: Sie gewannen einen gegen den deutschen Meister Dresdner SC (1:3) und zwei gegen den VfB Suhl (2:3).

Wer drei Sätze gewinnt, kann normalerweise auch einen Sieg feiern. Dies war den jungen Nachwuchsspielerinnen am vergangenen Wochenende trotz guter Leistung knapp entgangen. Die Berlinerinnen starteten am Samstag gegen die amtierenden Meisterinnen aus Dresden. Ein Start, der sich durchaus sehen lies. Der VCO spielte frech und motiviert auf und konnte zur ersten technischen Auszeit eine Führung von drei Punkten halten. Aisha Skinner traf wieder und wieder oben die Finger des Dresdner Blocks und variierte zudem clever zwischen hartem Angriff und gezielten Tips. Die einzige Führung in Satz eins erzielte für Dresden Lena Stigrot zum 14:13, VCO Trainer Martin Frydnes reagierte sofort mit einer Auszeit und freute sich anschließend über zwei Fehler der Gegner. Zur 21:18 VCO Führung sah DSC Coach Alexander Waibl dann ebenfalls Redebedarf, die Dresdnerinnen arbeiteten sich daraufhin noch zum 22:21 heran. Die Jungtalente blieben jedoch konzentriert: Den Satzball verschaffte Vanessa Agbortabi ihrem Team mit einem Ass, Sindy Lenz machte den Sack dann zu und der VCO bejubelte einen Satzgewinn gegen die überraschten Favoritinnen.

Der DSC besann sich daraufhin wieder auf seine eigentliche Stärke. Auch wenn die Berlinerinnen zur ersten technischen Auszeit die Nase wieder vorne hatten, gelang es den Dresdnerinnen mit erhöhtem Druck im Aufschlag und schnellen Kombinationen über die Mitte das Spiel zu drehen. Schnell lief der VCO einem sieben Punkte Rückstand hinterher, den die Gäste weiter ausbauten. Eine kämpferische Paula Morgenroth warf sich zwar wieder und wieder ins Dresdner Angriffsfeuer, der Satz musste allerdings mit 16:25 abgegeben werden.

Auch die Sätze drei und vier liefen bei Dresden, wie man es vom Tabellenzweiten erwarten darf. Katharina Schwabe zimmerte den Berlinerinnen insgesamt 19 Punkte ins Feld, druckvolle Aufschläge brachten die Annahme des VCO wieder und wieder in die Bredouille. Am Ende gelang keine weitere Überraschung wie in Satz eins, dennoch verkauften sich die Jungtalente teuer. Die Profis aus Sachsen bezeichneten das Spiel als ‘hartes Stück Arbeit‘, was für den VCO durchaus als Kompliment betrachtet werden kann.

Keine 24 Stunden später stand auch den Berlinerinnen ein hartes Stück Arbeit bevor. Das Spiel gegen den VfB Suhl LOTTO Thüringen sollte nochmal für Punkte auf dem VCO Konto sorgen und stand für Bundestrainer Frydnes voll im Fokus. Der Start gelang allerdings nicht ganz so erfolgreich, wie gegen den Dresdner SC: Mit einigen Eigenfehlern machte man sich das Leben schwer und kämpfte gegen einen zwischenzeitlichen Rückstand von fünf Punkten. Zwar verhinderten Köppen und Skinner noch den ersten und zweiten Satzball, der von mitgereisten Suhler Fans lautstark angetrommelt wurde, beim 18:25 musste Satz eins dann aber zähneknirschend abgegeben werden.

Die VCO’lerinnen blieben auch in Satz zwei fest an die Fersen der Gäste geheftet und glichen immer wieder aus. Nach einer langen Rallye zum 17:17 gelang dann der Umschwung und Nachwuchsspielerin Joespha Bock setze mit einem Block den Deckel auf die drei Punkte Führung zum 20:17. Die lies sich Berlin nicht mehr nehmen, Skinner versenkte den Satzball für den VCO und es stand 1:1.

Die frühe Auszeit beim Stand von 3:3 im dritten Satz hatte nicht ganz den gewünschten Effekt für die Thüringer Gäste, deren Angriffsversuche im ‘Bock-Block‘ der VCO Nummer 2 scheiterten. Maike Herzog läutete die technische Auszeit dann mit einem Ass zum 8:3 für ihr Team ein. Suhl bäumte sich noch einmal auf und kam zum 18:17 heran, die Netzhoheit jedoch lag weiterhin auf der VCO Seite. Pia Kästner erzielte zwei direkte Blockpunkte, nach der Auszeit des VfB stolperten die jungen Spielerinnen jedoch über vier Eigenfehler. Kapitänin Kästner glich mit einem weiteren Block für ihr Team nochmal zum 22:22 aus, doch drei weitere Fehler sorgten für Jubel bei den Gästen.

Abhaken und weiterspielen gab Trainer Frydnes seinem Team mit und mit festem Blick nach vorn fuhren seine Schützlinge die Konzentration nochmal hoch. Besonder Sindy Lenz glänzte im vierten Satz mit einer stabilen Annahme und schnellen Abwehr, Aisha Skinner feuerte Angriffssalven ins Suhler Feld ab und wurde später mit 24 Punkten zur wertvollsten Spielerinn gewählt. Sehr zur Freude der ebenfalls trommelnden VCO Fans glichen die Nachwuchstalente zum 2:2 aus.

Im Tie-Break kämpften die Suhlerinnen verbissen weiter Punkt um Punkt, während Teile der zuvor lautstarken Unterstützung  die Trommeln beiseitegelegt oder die Halle verlassen hatten. Bei der Thüringer Führung von 8:6 waren dann wieder vereinzelte VfB Rufe zu hören, die Berlinerinnen eroberten sich jeoch zum 11:9 noch einmal die Führung zurück. Ein enges Kopf-an-Kopf Rennen zum Satzende hin endete jedoch mit dem 15:13 für die Gäste. Auch wenn der zweite Sieg nur denkbar knapp verpasst wurde, kann sich Bundestrainer Martin Frydnes über eine überzeugende Leistung seiner Schützlinge und einen weiteren Tabellenpunkt auf dem Konto des VCO freuen.

 

MVP: VCO Sabrina Krause, DSC Katharina Schwabe

            VCO Aisha Skinner, VfB Claudia Steger

 

Es spielten für den VCO:

Vanessa Agbortabi (1), Josepha Bock (2), Paula Morgenroth (3), Maike Herzog (5), Gina Köppen (7(, Aisha Skinner (9), Lisa Senger (10), Lena Große Scharmann (12), Catharina Wiesner (13), Pia Kästner (15), Sindy Lenz (16)

 

veröffentlicht am Montag, 20. Februar 2017 um 13:36; erstellt von Kasten, VC Olympia ´93 Berlin e.V.
letzte Änderung: 22.02.17 09:56

ERIMA
ERIMA ist der offizielle Ausrüster des VC Olympia  Berlin und versorgt alle Mannschaften mit Teamwear.